DDoS-Angriffe in der DACH-Region: Deutschland bleibt Spitzenziel, Schweiz verzeichnet deutlichen Anstieg
Der aktuelle NETSCOUT DDoS Threat Intelligence Report für die erste Jahreshälfte 2026 zeigt, dass zentrale Bestandteile der digitalen Infrastruktur in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin stark von DDoS-Angriffen betroffen sind. Besonders im Fokus stehen Telekommunikationsanbieter, Rechenzentren und Hosting-Dienste. Während Deutschland erneut die meisten Angriffe in der DACH-Region verzeichnet, fällt insbesondere die Entwicklung in der Schweiz auf.
Deutsche Hosting-Dienste im Fokus
Mit insgesamt 277.080 registrierten DDoS-Angriffen liegt Deutschland deutlich an der Spitze der DACH-Region und verzeichnet damit mehr als fünfmal so viele Attacken wie die Schweiz (54.885) und fast dreizehnmal so viele wie Österreich (21.798). Besonders betroffen waren erneut Anbieter von IT-Infrastruktur, Datenverarbeitung und Webhosting mit 112.107 Angriffen. Es folgen Festnetz-Telekommunikationsanbieter (58.217) und Mobilfunkanbieter (26.991). Auch die Komplexität der Attacken bleibt hoch, denn bei einem einzelnen Multivektor-Angriff wurden bis zu 27 verschiedene Angriffsvektoren gleichzeitig beobachtet.
Deutlicher Anstieg in der Schweiz
Besonders auffällig ist die Entwicklung in der Schweiz. Während im zweiten Halbjahr 2025 insgesamt 43.466 DDoS-Angriffe registriert wurden, stieg die Zahl im ersten Halbjahr 2026 um rund 26 Prozent auf 54.885. Die durchschnittliche Angriffsdauer erhöhte sich um rund 15 Minuten auf 122 Minuten. Damit dauerten DDoS-Attacken in der Schweiz mehr als doppelt so lange wie in Deutschland (51 Minuten) und Österreich (42 Minuten). Anders als in den beiden Nachbarländern standen in der Schweiz insbesondere Mobilfunkanbieter im Fokus, auf die mehr als die Hälfte aller registrierten Angriffe entfiel. Mit durchschnittlich 193 Minuten dauerten die Angriffe auf Mobilfunkanbieter deutlich länger als auf Festnetz-Telekommunikationsanbieter, bei denen die Attacken im Vergleich nur rund 34 Minuten anhielten.
Lange Angriffe auf IT-Infrastruktur in Österreich
In Österreich sank die Zahl der DDoS-Angriffe auf 21.798 und lag damit rund 23 Prozent unter dem Wert des zweiten Halbjahres 2025. Am stärksten betroffen waren erneut Festnetz-Telekommunikationsanbieter mit 15.684 Angriffen. Besonders lange dauerten hingegen Attacken auf Anbieter von IT-Infrastruktur, Datenverarbeitung und Hosting-Diensten mit durchschnittlich 155 Minuten.
Fazit: Komplexität und Dauer als größte Risiken
Der aktuelle Bericht verdeutlicht, dass sich die DDoS-Bedrohungslage in der DACH-Region unterschiedlich entwickelt. Während Deutschland weiterhin die höchste Angriffshäufigkeit und komplexe Multivektor-Angriffe verzeichnet, nehmen in der Schweiz sowohl die Zahl als auch die durchschnittliche Dauer der Attacken zu.
„Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass nicht allein die Anzahl der DDoS-Angriffe entscheidend ist, sondern auch ihre Dauer und Komplexität“, erklärt Juergen Morgenstern, Sales Engineering Manager, bei NETSCOUT. „Besonders kritisch sind Attacken auf Telekommunikationsanbieter und Hosting-Dienste, da Störungen dieser zentralen Infrastrukturen weitreichende Auswirkungen auf zahlreiche Unternehmen und Organisationen haben können. Umso wichtiger ist es, Angriffe frühzeitig zu erkennen und mit automatisierten Schutzmaßnahmen darauf zu reagieren“.




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